Zeichen sprechen

 
Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die
Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen
kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.
Prediger 3,11
 
 
Zeichen sprechen
 
Ich wohne dem Geithainer Rathaus gegenüber. Drei Fahnenmasten stehen davor. Aber in der Regel weht keine Fahne. Nur manchmal werden Fahnen gehisst: zu Feiertagen und wenn die Partnerstadt zu Besuch ist. Vielleicht an 10 Tagen im Jahr wehen die Fahnen oben am Fahnenmast.
Möglicherweise bilde ich es mir nur ein, aber immer häufiger hängt die
schwarz-rot-goldene Fahne auf Halbmast als Zeichen der Trauer. Gründe dafür gab es viele: Das Ableben unserer Altkanzler Helmut Schmidt und Helmut Kohl, sowie das der ehemaligen Außenminister Guido Westerwelle und Hans Dietrich Genscher, aber auch Attentate und Terrotranschläge wie der in England waren Gründe, die Trauerbeflaggung anzuordnen.
Nach meiner Wahrnehmung hängt die Fahne viel häufiger auf Halbmast, als dass sie regulär gehisst wird.
Wenn ich mit dem Auto in Nordeuropa unterwegs bin, nehme ich das
anders wahr. Ich sehe viel häufiger die Nationalflaggen scheinbar ohne
besonderen Anlass. Ich erinnere mich auch an einen Abend in einer
Kirchgemeinde in Dänemark, als wir unter Gesang der Nationalhymne die dänische Flagge einholten, äußerst präzise und würdevoll diese
zusammenlegten und an ihren besonderen Aufbewahrungsort trugen.
Übrigens: die Fahnen auf Betriebsgeländen oder vor Autohäusern scheinen dagegen 365 Tage im Jahr gehisst zu sein.
Nationalflaggen sind ein geschichtlich junges Phänomen, aber sie
symbolisieren etwas. Sie drücken aus, unter welcher Hoheit etwas steht, welches Gesetz hier gilt, wer die Schutzmacht ist.
Warum zeigen wir das nicht an allen Tagen – schämen wir uns oder was ist der Grund?
Nun schreibe ich dies als Pfarrer und ich will niemanden politisch belehren. Ich möchte dies im Blick auf die Kirche und die einzelnen
Christen übertragen sehen. Ist es nicht so, dass uns im Alltag oft nicht
angesehen werden kann, dass wir zu unserem Herrn Jesus Christus
gehören, dass nichts auf unseren Glauben hinweist. Nur zu hohen
Festtagen wie Weihnachten oder Ostern spielt der Glaube eine Rolle, oder wenn etwas schief geht, wenn wir trauern, dann holen wir den Glauben heraus und hängen ihn auf Halbmast.
Die Flaggen kommen aus der Seefahrt. Ein Schiff segelte unter dem
Schutz und dem Recht einer Staatsmacht – oder – wie Piratenschiffe – nach dem Recht des Stärkeren unter der Totenkopfflagge.
Nach wessen Recht und Maßstäben leben wir?
Fahnen stehen auch in der Tradition der Feldzeichen im Krieg. Sie zeigen an, wer die Oberhand auf dem Felde gewonnen hat. Wer hat die Oberhand in unserem Leben? Luther formulierte dies folgendermaßen: „Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten lieben und vertrauen.“ Leben wir so? Lebt die Kirche so? Sieht man uns das im Alltag an?
Wenn man durch katholische Gegenden in Bayern oder Öserreich fährt,
findet man auf Schritt und Tritt die auf privaten und kirchlichen
Grundstücken aufgestellten Wegkreuze, die genau das sagen wollen: „Hier soll es nach Jesus Christus gehen.“ Dass auch dort Menschen Fehler machen und sich an anderen versündigen sei dahingestellt, aber das Zeichen ist eindeutig und auch immer wieder eine Erinnerung und eine Ermutigung: Wir sind Christen, also lasst uns auch so leben!
Ich finde es bedenklich, wenn nur Geschäfte und Unternehmen – also die, wo es ums Geld geht – Flagge zeigen. Damit meine ich nicht, dass diese ihre Flaggen abnehmen sollten. Ich kann mir aber vorstellen, dass im Wetteifer um die Frage, wie man richtig lebt, wir Christen mehr Flagge zeigen könnten. Dies meine ich aber nicht zuerst mit äußerlichen Symbolen – ich meine damit vielmehr die die Hoheit Gottes über mein Leben. Wir leben unter seinem Schutz und nach seinem Wort in seiner Nachfolge. Wir sind nicht als Piraten unterwegs, die tun und lassen, was sie wollen. Ich meine aber auch, dass wir es gern auch anderen zeigen können, dass wir gerne und gut in der Nachfolge Jesu leben: Mit unserer Echtheit, unserem Handeln, aber auch durch äußere Zeichen wie dem Fisch am Auto.
Es grüßt Sie ganz herzlich Ihr Pfarrer Markus Helbig

Geh aus mein Herz und suche Freud ….

Geh aus mein Herz und suche Freud habe ich mit der im Rollstuhl sitzenden Seniorin gesungen. Auf der Terrasse haben wir das Grün und die Blütenpracht genossen und dem Zwitschern der Vögel gelauscht.

 

Plötzlich kommt ein neues Geräusch dazu: Ein Rasentraktor startet. Dieses Geräusch durchdringt und übertönt alles und bald gesellt sich eine Motorsense dazu. Zum einen stört mich das Geräusch, aber eigenlich ist es das nicht, was mich traurig macht. Andere Erlebnisse rufen die gleichen Gefühle in mir hervor: Jetzt sind sie wieder unterwegs, die Gartenbesitzer oder Hausmeister und Stadtarbeiter, die mit ihren Sprühflaschen jeden Löwenzahn jedes Kraut, das sich in unseren Steinwüsten festzusetzen versucht, zu vernichten. Es muss eben alles schön ordentlich sein. Aber was ist überhaupt Ordnung und was Wildnis? Eigenlich sprechen wir von Kultur, wo Menschen aus den Vorgaben der Natur durch gezielte Eingriffe die Natur zum Positiven verändern, ohne sie auszuschalten. Pflanzen Tieren, auch bestimmten Tätigkeiten wird ein Platz zu gewiesen – zum Nutzen der Menschen. Worin aber bitteschön steckt der Nutzen, wenn eine Wiese, die zwei Rinder ernähren könnte, mit einem Rasentraktor, der nicht billig ist und obendrein noch Benzin verbraucht, aller zwei Wochen wie ein Fußballfeld gemäht wird, aber keiner auf dem Rasen spielt? Es könnten hier Futter wachsen, Wiesenblumen könnten blühen und Insekten, Kriechtiere und Vögel könnten in Dickicht des Grases leben. Mit Ernergie- und Zeiteinsatz vernichten wir Menschen Lebensmittel und Lebensräume – nicht etwa die großen Konzerne – nein wir Bürger tun dies. Keiner zwingt uns dazu – wir tun dies freiwillig.

Der Überlebenskünstler Löwenzahn wird weggespritzt.

Was tut mir daran so weh und wieso tut es weh? Vielleicht liegt es daran, dass wir seit einiger Zeit Rinder und Bienen haben. Mit lautem Getöse und Energieaufwand wird Futter vernichtet und das wilde Blühen wird so und mit stillem unsichtbaren Gift verhindert und den Bienen und Insekten die Nahrung entzogen.

Dabei finde ich es wunderbar beruhigend, wenn Insekten summen oder eine Kuh vor sich hin frisst, auch das Geräusch einer Sense, die ins Graß greift, liebe ich ebenso wie das eines Wetzsteins oder des Dengelhammers.

Warum schreibt der Pfarrer so etwas – will er alle ökologisch belehren? Das ist nicht der Hauptgrund. Ich möchte, dass wir unseren Ordnungs – und Kulturbegriff hinterfragen.

Welche Ordnungen stecken schon in der Natur? Welche Eingriffe sollen und dürfen wir Menschen tun und wo zerstören wir nur.

In China war es üblich, den Mädchen die Füße klein zu schnüren und damit zu verkrüppeln – alle machten das. Es war widernatürlich. Bestimmt haben die kleinen Mädchen vor Schwerzen geweint und doch machten alle mit und es war Schwerstarbeit, diese Kultur, diese Ordnung auszutreiben.

Ich lade sie ein, darüber nachzudenken. Gottes Ordnungen führen zum Leben – Gottes Ordnungen beinhalten Schönheit. Gott hat die Menschen beauftragt , die Natur zu gestalten – sie zu verändern, aber immer auch sie zu bewahren. Ich halte wenig davon, immer nur auf die großen Konzerne zu schimpfen und vielleicht auf Gesetze zu hoffen, die das eine oder andere Verhalten verbieten. Dafür halte ich viel davon, wie im zu Beginn erwähnten Lied hinauszugehen und wahrzunehmen was in der Natur zu sehen ist. Dann rate ich, in sich zu gehen. Wenn wir Gott um Orientierung bitten, wird er uns den richtigen Weg führen, wie ein Hirte seine Schafe auf gute Weide und zum frischen Wasser führt.

Vielleicht beten Sie folgende Worte:     

 

Gebet um Gottes Führung

Gott erfülle mich mit Deiner Liebe

und wecke in mir Vertrauen in Deine Führung.

Sende mir Deinen Geist und Dein Licht.

Mache hell meine Wege und klar meine Augen, damit sie den Weg 

den Du mit mir gehen willst.

Nimm mich an Deine Hand,

führe, begleite mich und gebe mir Halt.

Sei Licht meinem Fuße,

damit ich Schritt für Schritt den Weg erkenne.

Schenke mir Geduld, Ausdauer und Gelassenheit,

damit ich auch auf schweren und dunklen Strecken

nicht strauchle und nicht zu Boden stürze.

Bleibe stets an meiner Seite,

selbst dann, wenn ich Deine Hand nicht spüre.

 

Schenke mir Deine Gnade und Kraft,

damit ich erkenne oder zumindest erahne,

daß Du es gut mit mir meinst

und Du nur mein Heil willst.

Laß mich dabei Deine Liebe und Güte spüren.

 

Pflanze in mir Hoffnung und Zuversicht,

daß ich meinen Weg mit Deiner Hilfe schaffe.

Sei mit Deinem Segen alle Zeit um mich herum

und bewahre mich vor allem Unheil.

 

Sende auch Deine Engel aus,

daß sie die Menschen begleiten und beschützen,

die ich lieb habe, und die mir nahe 

 

Ihr Pfarrer Helbig

Gemeindeausfahrt

Gemeindeausfahrt am Mittwoch, den 30.05.2018

Liebe Gemeindemitglieder mit dem Reiseveranstalter Regio Bus Mittweida, möchten wir mit Ihnen eine  Ausfahrt auf die Festung Königsstein und Pirna durchführen.

Von Lunzenau bzw. Göritzhain geht es auf die Festung Königstein, dort besichtigen wir die neue Ausstellung. Danach geht es 12.30 Uhr zum Mittagessen,weiter geht es dann nach Pirna zur Besichtigung der Kirche mit Orgelmusik. 16.00 legen wir eine gemütliche Kaffeerunde ein und 17.00 Uhr planen wir die Heimreise. 

 

Abfahrt: 7.45 Uhr Göritzhain Kindergarten/ 7.50 Uhr Cossen Kreuzung

8.00 Uhr Netto / 8.05 Uhr Markt/8.10 Uhr Elsdorf

Preis pro Person:           63,00 €              Rückankunft: ca 18.00 Uhr

Ihre Anmeldung nehmen Sie bitte im Pfarramt Lunzenau vor. Tel.037383/6423

Pfingsten

Pfingsten

sind die Geschenke am geringsten, während Geburtstag, Ostern und Weihnachten – was einbrachten.

So dichtete Berthold Brecht und ordnete so die Wertigkeit der christlichen Feste. Es erstaunt mich, dass der Sozialist Brecht, damit dem auf Kommerz orientierten Kapitalismus in Hände spielt. Wenn nichts Materielles, am besten Gekauftes, verschenkt wird, dann kann das Fest auch nichts wert sein. Allianzen gibt es!

Dabei ist das Pfingstfest wirkmächtig. Es hat die Welt nachhaltig verändert. Ich werde nicht müde zu sagen, dass wir viel mehr als Geld oder materielle Dinge, ein neues Pfingsterlebnis brauchen.

Was feiern wir zu Pfingsten? Pfingsten heiß ersteinmal nichts anderes als Fünfzig. Am 50. Tag nach Jesu Auferstehung, machten die Jünger eine Erfahrung, die sie und durch sie die Welt veränderte.

Am Morgen noch hatten sie Angst. Sie verriegelten ihre Türen. Sie wollten unter sich bleiben. Am Abend waren sie in der Stadt unterwegs, waren durchdrungen von großer Freude, ihr Mut war viel stärker als ihre Angst, sie hörten nicht auf zu reden. Früh waren es zwei Hände voll – am Abend war ihre Zahl vierstellig. Aus ihnen waren andere Menschen geworden – der Heilige Geist hat aus ihnen neue Menschen gemacht.

Kann ein moderner Mensch so etwas glauben? Ein Beispiel. Wenn eine Fußballmannschaft nach zehn sieglosen Spielen abgeschlagen auf dem letzten Platz die Luft des Abstieges schon riechen kann, was macht der Vorstand? Er entlässt den Trainer und bestellt einen neuen. Nun erscheint diese Maßnahme auf den ersten Blick sinnlos. Der Trainer spielt doch gar nicht mit. Es bleiben die selben Spieler, sie bekommen auch nicht mehr Geld. Trotzdem zeigt die Erfahrung, dass diese Maßnahme nicht selten zu einer ganz neu spielenden und auch wieder siegenden Mannschaft führt. Man sagt dann. „In der Mannschaft herrscht ein ganz neuer Geist.“

Dieses Beispiel zeigt, dass sich trotz dessen, dass fast alles gleich bleibt – es sind die selben Spieler und die selben Trainigplätze, die gleiche Liega mit dem gleichen Spielbetrieb – etwas neues entstehen kann.

Was genau tut der Heilige Geist?

  • Er begabt Menschen und bewegt sie durch seine Kraft.
  • Er zeigt was wichtig ist – er stellt uns Jesus vor Augen.
  • Er führt eine Veränderung einem Bruch mit der Vergangenheit herbei.
  • Er macht uns gewiss, dass wir Gottes Kinder sind.
  • Er macht aus Einzelkämpfern eine lebendige Gemeinde.

Zu jedem dieser Punkte gäbe es viel zu sagen. Immer wieder haben Menschen die Erfahrung gemacht, dass sie von Gott zu etwas berufen wurden, obwohl alle ihnen sagten, dass sie völlig unbegabt seien. Der Heilige Geist rüstete die zwölf Jünger Jesu aus. Sie waren Fischer, Zöllner und auch ein Aufständischer war dabei, sie kamen aus der Provinz der Provinz und sie gingen los – reisten durch die Welt und legten den Grundstein für die Kirche. Er tat das immer wieder und tut es auch heute. Wer Lust hat, kann die Geschichte von Gladys Aylward – einer „unbegabten englischen Frau“ lesen. Sie wurde von der Mission als ungeeignet abgelehnt, wusste aber, dass Gott sie in China haben wollte. Sie reiste mit dem Geld, das sie als Haushaltshilfe sich vom Munde absparte, durch Kriesengebeite dorthin. In China wurde sie zur Heldin und Retterin vieler Kinder.

Der Heilige Geist, macht uns Jesus groß, er lässt uns die Bibel als lebendiges Wort Gottes lieb werden und macht uns deutlich, was Jesus für uns getan hat und dass Jesus heute lebt und heute in uns wirken will.

Und das muss in unserem Leben zu einer Entscheidung führen. Was muss sich verändern, was aufhören, was neu werden? Der Heilige Geist führt einen Bruch mit der Vergangenheit herbei und beginnt etwas Neues. Der Heilige Geist gibt uns den Mut und die Kraft dazu. Er macht uns gewiss, dass wir Gottes Kinder sind, dass Gott uns in seine Familie aufnimmt. Als die Bibel geschrieben wurde, war die Adoption, die damals nicht so oft bei kleinen Kindern, sondern bei Erwachsenen ausgeführt wurde, die höchste Ehre. Auch heute kann man das noch so sehen. Ich habe von einem kleinen Jungen gehört, den man auf dem Spielplatz hänselte, weil er adoptiert worden war. Seine selbstbewusste Antwort darauf lautete: „Meine Eltern haben mich ausgesucht!“ „Eure Eltern mussten sich mit euch abfinden!“

Last but not least – der Heilige Geist macht aus Einzelnen eine Gemeinde. Immer wieder beklagen wir die Vereinzelung in unserer Gesellschft. Der heilige Geist stiftet das Miteinander und fasst alle, die Gottes Kinder sind, zu seiner Familie – der Kirche – zusammen. Von der ersten Gemeinde heißt es :

Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen. Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der

Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.  Es kam aber Furcht über alle, und es geschahen viele Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam.

Ich bin der festen Überzeugung, dass sich unser Leben kaum verändert, wenn wir 50 oder 100 Euro mehr Kindergeld bekommen, wenn des Hartz IV-Niveau leicht oder stark angehoben wird, wenn es ein bedingungsloses Grundeinkommen geben sollte, wenn der Mindestlohn auf 10 Euro steigt und wenn die Metaller oder der öffentliche Dienst 6% mehr Lohn erhalten. Nicht einmal, wenn wir eine Erbschaft antreten dürften, änderten wir uns sehr. Vielleicht würden wir etwas fleißiger oder fauler, vielleicht dieses statt jenem einkaufen und wir hätten vielleicht ein anderes Auto – aber unsere Ängste blieben die selben, auch unsere Gier oder der Neid. Wie wären keine besseren Eltern oder bessere Eheleute. Wir würden uns trotzdem streiten. Vielleicht wären wir so satt dass wir nicht einmal mehr hoffen könnten.

Andererseits verändert es einen Menschen grundlegend, wenn der Heilige Geist in ihm einzieht.

Ich lade Sie ein zu beten: Komm Heiliger Geist, komm in mein Leben. Komm in unsere Gemeinde. Erfülle unsre Herzen. Verändere mich nach deinem Plan. Nie wieder werden sie auf die Idee kommen dass Gottes Geschenke zu Pfingsten – die geringsten wären.

Ihr Pfarrer Helbig

Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein. Hesekiel 37,27

Wenn das Kirchenjahr sich neigt, dürfen wir diese wunderbare Zusage Gottes lesen. Er lässt die Seinen nicht allein. Er selbst will in ihrer Mitte, will ihre Mitte sein.

Wir alle sehen die Veränderungen in unserer Kirche, die auch unsere Gemeinde berühren. Mancher mag sie mit Sorge, ein anderer mit Hoffnung betrachten.

Wie immer wir sie sehen, Gott bleibt treu und er will auch zukünftig Mitte unseres Lebens als Christen und Gemeinde sein.

Zu den Veränderungen gehört auch, das ich nun in den Ruhestand gehe. Beinahe dreißig Jahre durfte ich hier wirken und Ihnen Gottes Wort nahe zu bringen versuchen.

Es waren viele gute Jahre. Es gab gewiss auch manches, was besser hätte sein können. Vergeben Sie mir bitte, wenn ich Fehler gemacht habe oder Ihnen die Liebe schuldig geblieben bin, zu der uns Gott ruft.

All denen, die mich begleitet, mir beigestanden und für mich gebetet haben, möchte ich von Herzen danken.

Bleiben Sie dem treu, der uns Mitte ist, wie ich es tun will und seien Sie alle, Groß und Klein, in unserer Sankt Jakobus Kirchgemeinde gesegnet.

Ihr Pfarrer i.R. Gert Flessing

Liebe Gemeindeglieder der Kirchgemeinde Lunzenau – in Lunzenau, Hohenkirchen, Cossen, Göritzhain, Berthelsdorf. Schlaisdorf, Kleinschlaisdorf, Rochsburg, Arnsdorf, Amerika und Niederelsdorf,

Ihr Pfarrer Flessing tritt in den Ruhestand ein und ich wurde vom Superintendenten beauftragt, die Hauptvertretung zu übernehmen.

Auch wenn Pfarrer Flessing weiterhin im Pfarrhaus wohnt und wohl auch einen Großteil der Gottesdienste mit Ihnen feiern wird, werde ich ab dem 1. Oktober gemeinsam mit Ihrem Kirchenvorstand die Verantwortung für Ihre Gemeinde tragen, bis eine Klärung über die Zukunft der kirchlichen Arbeit in Lunzenau herbeigeführt wird.

Ich möchte mich kurz vorstellen. Im nächsten Jahr werde ich, so Gott will, 50 Jahre alt werden. Seit über 27 Jahren bin ich mit meiner Frau Karina verheiratet. Von unseren fünf Kindern ist gerader der jüngste Sohn volljährig geworden.

Nach meinem Schulabschluss habe ich den Beruf eines Schlossers erlernt, war bei den Bausoldaten in Prora, habe Theologie und Wirtschaftsingenieurwesen studiert, war Direktor der Heimvolkshochschule in Kohren Sahlis, Pfarrer in Obergräfenhain und bin jetzt Pfarrer im Kirchspiel Geithainer Land.

Es macht mir Freude, Gottesdienste zu feiern und mit anderen Entdeckungen in der Bibel zu machen.

Ich glaube, dass jeder Mensch Jesus Christus braucht und eine lebendige Beziehung zu ihm haben sollte. Gern möchte ich dabei helfen, dass Menschen diese Beziehung finden und darin fest bleiben.

Das ist für mich das Wichtigste in meinem Beruf und in meinem Leben.

Darüber hinaus interessiere ich mich immer für Baustellen und Landwirtschaft. Als Familie halten wir selbst Hühner, Bienen, Schafe und Rinder.

Ich hoffe, dass wir uns in guter Weise kennenlernen werden. Am 8. Oktober feiere ich 14.00 Uhr einen Gottesdienst in Lunzenau und am 12. 11. 10.00 Uhr einen Gottesdienst in Hohenkirchen – hoffentlich mit Ihnen gemeinsam. Es liegt auf der Hand, dass ich als Geithainer Pfarrer ihren Pfarrer nicht zu 100% ersetzen kann, aber ich verspreche, dass ich für Menschen, die mich brauchen, da sein werde, wenn sie mich rufen.

Tel 034341 40537 helbig@netzprimus.de

Bitte beten Sie für Ihre Gemeinde, alle Mitarbeiter und auch für mich. Vielleicht entdecken Sie auch gerade in dieser Situation, was Gott jetzt von Ihnen erwartet.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen

(ab Oktober 2017) Ihr Pfarrer Markus Helbig

Aktion – Weihnachtsfreude bringen ! Wohlan, mache dich ans Werk, und der Herr wird mit dir sein

Wenn der September vorbei ist,
geht es meist ganz schnell –
Weihnachten steht vor der Tür.
Wir wollen nicht vergessen, dass
rechtzeitig zum Fest wieder viele
arme Familien in Siebenbürgen/
Rumänien ein Familienpaket
bekommen sollen. Es wäre schön,
wenn sich auch dieses Jahr
wieder viele Leute daran beteiligen würden.
Füllen Sie dafür einen geeigneten Karton mit folgenden Dingen:
• Hygieneartikel: Zahnbürste,Zahnpasta,Kamm,Duschgel,Haarwä-
sche
• Zucker, Mehl, Kakao, Tee, Kaffee
• Süßigkeiten, Nutella, Brotaufstrich
• Schal, Mütze, Handschuhe
• kleines Spielzeug, Malbuch und Stifte
 
Auch für finanzielle Hilfe sind wir dankbar, denn die Kosten für den
Transport müssen getragen werden.
 
Die Abgabefrist läuft bis zum 03.12.2017!
Bringen Sie die Päckchen bitte ins Pfarramt Lunzenau. Alfred – Köhler
– Str.4. Viel Freude und Segen beim Mitmachen.

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Apostelgeschichte 5,29

Ihr Lieben,

fünfhundert Jahre Reformation in unserem lieben Vaterland, Deutschland. Das ist schon etwas, was uns zu denken geben kann. Ja, ich bin der Meinung, das es uns zu denken geben sollte.

Hier, auf den Tischen verteilt, liegen Werke, die von dem Mann verfasst wurden, der diese Bewegung damals in Gang setzte.

Er tat das nicht großspurig, sondern mit Furcht und Zittern.

Er hätte es leichter haben können. Selbst als die Thesen in der Welt waren, hätte er es leichter haben können. Er hätte nur seinen Irrtum eingestehen müssen. Zwei Worte: „Ich widerrufe.“

Mehr wollte der Papst, mehr wollte der Kaiser nicht. Alles wäre gut gewesen.

Aber Martin Luther war ein Mann, der sich nicht fähig sah, um des Beifalles der Mächtigen seiner Tage, seine Erkenntnis in den Staub zu treten.

Für ihn war es deutlich, das man Gott mehr gehorchen muss, als den Menschen. Er wusste sehr wohl, das diese Welt auch eine weltliche Obrigkeit hat und deren Macht benötigt.

Aber er wusste ebenso, das diese Obrigkeit da begrenzt ist, wo Gott unser Gewissen weckt.

Es ist die gleiche Erkenntnis, die schon die Apostel hatten, als sie, in Jerusalem, vor den Hohen Rat geführt wurden. Der Vorwurf war einfach: „Ihr redet von etwas, was wir verboten haben.“

Die Antwort war auch einfach: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!  Der Gott unserer Vorfahren hat Jesus, den ihr ans Kreuz geschlagen und getötet habt, von den Toten auferweckt. … Das werden wir immer bezeugen und auch der Heilige Geist, den Gott allen gibt, die ihm gehorchen.“

Die Reaktion des Hohen Rates waren Wut und der Wunsch, diese Leute umzubringen.

Luther musste, als er standhaft blieb, das gleiche erfahren. Weil er nicht gegen Gottes Willen, seine Meinung verbiegen konnte und seine Erkenntnis verschweigen konnte, erlebte er  Hass und Wut und den Wusch, ihn tot zu sehen. Sein Landesfürst schützte ihn

Seither sind fünfhundert Jahre vergangen. Vieles ist seit dieser Zeit geschehen, in der Welt und in der Kirche. Gilt es noch, das man Gott mehr gehorchen muss, als den Menschen?

Vor allem aber beschäftigt mich die Frage, ob es überhaupt noch viele Menschen interessiert, was Gott von ihnen erwartet.

Kirche, evangelische Kirche, hat lange Zeit geruht. Sie funktionierte, aber war sie lebendig? Jetzt ist sie am Aufwachen und taumelt ein wenig zwischen politischem Exhibitionismus und geistlicher Prüderie hin und her.

Da wird Mohammed angelächelt und da werden Menschen, die etwas freier leben wollen beargwöhnt.

Da wird lauthals nach einer allgemeinen Gerechtigkeit geschrien und andererseits politisch nach dem Vedgiday geschielt.

Luther sah, zu seiner Zeit, das, was wichtig ist, sehr deutlich. Es ist die Schrift. Deshalb hat er ja auch die Bibel in unsere deutsche Sprache übersetzt. In der Schrift können wir Gottes Wort immer wieder finden.

Es ist Jesus. Es ist der, der damals gekreuzigt wurde und auferstand und der lebendige Christus ist, der Mitte ist. Ohne ihn ist alles Geplärre von Gerechtigkeit nur heiße Luft.

Es ist die Gnade. Wir können das Himmelreich auf Erden nicht errichten und wir können das Reich Gottes nicht erreichen, wenn wir es aus eigener Kraft wollen. Er muss uns die Kraft dazu geben. Die finden wir in der Gnade, die auch unsere Fehler nicht gegen uns verwendet.

Es ist der Glaube, das unbändige Vertrauen in diesen Gott, der uns hilft, der bei uns ist und der uns beisteht, wenn wir unter der Last des Kreuzes unserer Tage nicht weiter wissen.

Wenn wir unser Leben dafür öffnen, werden wir auch verstehen, was damit gemeint ist, wenn es heißt, Gott mehr zu gehorchen, als Menschen.

Ich wünsche uns, das wir ein wenig von dem, was Luther bewegte, hier in dieser Ausstellung erfahren können und es uns hilft, in unserer Zeit gute Wege zu gehen. Amen