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Ihr Lieben,

fünfhundert Jahre Reformation in unserem lieben Vaterland, Deutschland. Das ist schon etwas, was uns zu denken geben kann. Ja, ich bin der Meinung, das es uns zu denken geben sollte.

Hier, auf den Tischen verteilt, liegen Werke, die von dem Mann verfasst wurden, der diese Bewegung damals in Gang setzte.

Er tat das nicht großspurig, sondern mit Furcht und Zittern.

Er hätte es leichter haben können. Selbst als die Thesen in der Welt waren, hätte er es leichter haben können. Er hätte nur seinen Irrtum eingestehen müssen. Zwei Worte: „Ich widerrufe.“

Mehr wollte der Papst, mehr wollte der Kaiser nicht. Alles wäre gut gewesen.

Aber Martin Luther war ein Mann, der sich nicht fähig sah, um des Beifalles der Mächtigen seiner Tage, seine Erkenntnis in den Staub zu treten.

Für ihn war es deutlich, das man Gott mehr gehorchen muss, als den Menschen. Er wusste sehr wohl, das diese Welt auch eine weltliche Obrigkeit hat und deren Macht benötigt.

Aber er wusste ebenso, das diese Obrigkeit da begrenzt ist, wo Gott unser Gewissen weckt.

Es ist die gleiche Erkenntnis, die schon die Apostel hatten, als sie, in Jerusalem, vor den Hohen Rat geführt wurden. Der Vorwurf war einfach: „Ihr redet von etwas, was wir verboten haben.“

Die Antwort war auch einfach: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!  Der Gott unserer Vorfahren hat Jesus, den ihr ans Kreuz geschlagen und getötet habt, von den Toten auferweckt. … Das werden wir immer bezeugen und auch der Heilige Geist, den Gott allen gibt, die ihm gehorchen.“

Die Reaktion des Hohen Rates waren Wut und der Wunsch, diese Leute umzubringen.

Luther musste, als er standhaft blieb, das gleiche erfahren. Weil er nicht gegen Gottes Willen, seine Meinung verbiegen konnte und seine Erkenntnis verschweigen konnte, erlebte er  Hass und Wut und den Wusch, ihn tot zu sehen. Sein Landesfürst schützte ihn

Seither sind fünfhundert Jahre vergangen. Vieles ist seit dieser Zeit geschehen, in der Welt und in der Kirche. Gilt es noch, das man Gott mehr gehorchen muss, als den Menschen?

Vor allem aber beschäftigt mich die Frage, ob es überhaupt noch viele Menschen interessiert, was Gott von ihnen erwartet.

Kirche, evangelische Kirche, hat lange Zeit geruht. Sie funktionierte, aber war sie lebendig? Jetzt ist sie am Aufwachen und taumelt ein wenig zwischen politischem Exhibitionismus und geistlicher Prüderie hin und her.

Da wird Mohammed angelächelt und da werden Menschen, die etwas freier leben wollen beargwöhnt.

Da wird lauthals nach einer allgemeinen Gerechtigkeit geschrien und andererseits politisch nach dem Vedgiday geschielt.

Luther sah, zu seiner Zeit, das, was wichtig ist, sehr deutlich. Es ist die Schrift. Deshalb hat er ja auch die Bibel in unsere deutsche Sprache übersetzt. In der Schrift können wir Gottes Wort immer wieder finden.

Es ist Jesus. Es ist der, der damals gekreuzigt wurde und auferstand und der lebendige Christus ist, der Mitte ist. Ohne ihn ist alles Geplärre von Gerechtigkeit nur heiße Luft.

Es ist die Gnade. Wir können das Himmelreich auf Erden nicht errichten und wir können das Reich Gottes nicht erreichen, wenn wir es aus eigener Kraft wollen. Er muss uns die Kraft dazu geben. Die finden wir in der Gnade, die auch unsere Fehler nicht gegen uns verwendet.

Es ist der Glaube, das unbändige Vertrauen in diesen Gott, der uns hilft, der bei uns ist und der uns beisteht, wenn wir unter der Last des Kreuzes unserer Tage nicht weiter wissen.

Wenn wir unser Leben dafür öffnen, werden wir auch verstehen, was damit gemeint ist, wenn es heißt, Gott mehr zu gehorchen, als Menschen.

Ich wünsche uns, das wir ein wenig von dem, was Luther bewegte, hier in dieser Ausstellung erfahren können und es uns hilft, in unserer Zeit gute Wege zu gehen. Amen

 

Herzlich Einladung zur Bibelwoche 2017

Wir haben einen Stern gesehen - Auslegungen zu sieben Abschnitten aus dem Matthäusevangelium

vom 03.04. - 7.04.2017 um 19.00 Uhr im Gemeindesaal Lunzenau