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Gemeindeausfahrt am Mittwoch, den 30.05.2018

Liebe Gemeindemitglieder mit dem Reiseveranstalter Regio Bus Mittweida, möchten wir mit Ihnen eine  Ausfahrt auf die Festung Königsstein und Pirna durchführen.

Von Lunzenau bzw. Göritzhain geht es auf die Festung Königstein, dort besichtigen wir die neue Ausstellung. Danach geht es 12.30 Uhr zum Mittagessen,weiter geht es dann nach Pirna zur Besichtigung der Kirche mit Orgelmusik. 16.00 legen wir eine gemütliche Kaffeerunde ein und 17.00 Uhr planen wir die Heimreise. 

 

Abfahrt: 7.45 Uhr Göritzhain Kindergarten/ 7.50 Uhr Cossen Kreuzung

8.00 Uhr Netto / 8.05 Uhr Markt/8.10 Uhr Elsdorf

Preis pro Person:           63,00 €              Rückankunft: ca 18.00 Uhr

Ihre Anmeldung nehmen Sie bitte im Pfarramt Lunzenau vor. Tel.037383/6423

Pfingsten

sind die Geschenke am geringsten, während Geburtstag, Ostern und Weihnachten - was einbrachten.

So dichtete Berthold Brecht und ordnete so die Wertigkeit der christlichen Feste. Es erstaunt mich, dass der Sozialist Brecht, damit dem auf Kommerz orientierten Kapitalismus in Hände spielt. Wenn nichts Materielles, am besten Gekauftes, verschenkt wird, dann kann das Fest auch nichts wert sein. Allianzen gibt es!

Dabei ist das Pfingstfest wirkmächtig. Es hat die Welt nachhaltig verändert. Ich werde nicht müde zu sagen, dass wir viel mehr als Geld oder materielle Dinge, ein neues Pfingsterlebnis brauchen.

Was feiern wir zu Pfingsten? Pfingsten heiß ersteinmal nichts anderes als Fünfzig. Am 50. Tag nach Jesu Auferstehung, machten die Jünger eine Erfahrung, die sie und durch sie die Welt veränderte.

Am Morgen noch hatten sie Angst. Sie verriegelten ihre Türen. Sie wollten unter sich bleiben. Am Abend waren sie in der Stadt unterwegs, waren durchdrungen von großer Freude, ihr Mut war viel stärker als ihre Angst, sie hörten nicht auf zu reden. Früh waren es zwei Hände voll - am Abend war ihre Zahl vierstellig. Aus ihnen waren andere Menschen geworden - der Heilige Geist hat aus ihnen neue Menschen gemacht.

Kann ein moderner Mensch so etwas glauben? Ein Beispiel. Wenn eine Fußballmannschaft nach zehn sieglosen Spielen abgeschlagen auf dem letzten Platz die Luft des Abstieges schon riechen kann, was macht der Vorstand? Er entlässt den Trainer und bestellt einen neuen. Nun erscheint diese Maßnahme auf den ersten Blick sinnlos. Der Trainer spielt doch gar nicht mit. Es bleiben die selben Spieler, sie bekommen auch nicht mehr Geld. Trotzdem zeigt die Erfahrung, dass diese Maßnahme nicht selten zu einer ganz neu spielenden und auch wieder siegenden Mannschaft führt. Man sagt dann. „In der Mannschaft herrscht ein ganz neuer Geist.“

Dieses Beispiel zeigt, dass sich trotz dessen, dass fast alles gleich bleibt - es sind die selben Spieler und die selben Trainigplätze, die gleiche Liega mit dem gleichen Spielbetrieb - etwas neues entstehen kann.

Was genau tut der Heilige Geist?

  • Er begabt Menschen und bewegt sie durch seine Kraft.
  • Er zeigt was wichtig ist – er stellt uns Jesus vor Augen.
  • Er führt eine Veränderung einem Bruch mit der Vergangenheit herbei.
  • Er macht uns gewiss, dass wir Gottes Kinder sind.
  • Er macht aus Einzelkämpfern eine lebendige Gemeinde.

Zu jedem dieser Punkte gäbe es viel zu sagen. Immer wieder haben Menschen die Erfahrung gemacht, dass sie von Gott zu etwas berufen wurden, obwohl alle ihnen sagten, dass sie völlig unbegabt seien. Der Heilige Geist rüstete die zwölf Jünger Jesu aus. Sie waren Fischer, Zöllner und auch ein Aufständischer war dabei, sie kamen aus der Provinz der Provinz und sie gingen los - reisten durch die Welt und legten den Grundstein für die Kirche. Er tat das immer wieder und tut es auch heute. Wer Lust hat, kann die Geschichte von Gladys Aylward - einer „unbegabten englischen Frau“ lesen. Sie wurde von der Mission als ungeeignet abgelehnt, wusste aber, dass Gott sie in China haben wollte. Sie reiste mit dem Geld, das sie als Haushaltshilfe sich vom Munde absparte, durch Kriesengebeite dorthin. In China wurde sie zur Heldin und Retterin vieler Kinder.

Der Heilige Geist, macht uns Jesus groß, er lässt uns die Bibel als lebendiges Wort Gottes lieb werden und macht uns deutlich, was Jesus für uns getan hat und dass Jesus heute lebt und heute in uns wirken will.

Und das muss in unserem Leben zu einer Entscheidung führen. Was muss sich verändern, was aufhören, was neu werden? Der Heilige Geist führt einen Bruch mit der Vergangenheit herbei und beginnt etwas Neues. Der Heilige Geist gibt uns den Mut und die Kraft dazu. Er macht uns gewiss, dass wir Gottes Kinder sind, dass Gott uns in seine Familie aufnimmt. Als die Bibel geschrieben wurde, war die Adoption, die damals nicht so oft bei kleinen Kindern, sondern bei Erwachsenen ausgeführt wurde, die höchste Ehre. Auch heute kann man das noch so sehen. Ich habe von einem kleinen Jungen gehört, den man auf dem Spielplatz hänselte, weil er adoptiert worden war. Seine selbstbewusste Antwort darauf lautete: „Meine Eltern haben mich ausgesucht!“ „Eure Eltern mussten sich mit euch abfinden!“

Last but not least - der Heilige Geist macht aus Einzelnen eine Gemeinde. Immer wieder beklagen wir die Vereinzelung in unserer Gesellschft. Der heilige Geist stiftet das Miteinander und fasst alle, die Gottes Kinder sind, zu seiner Familie - der Kirche - zusammen. Von der ersten Gemeinde heißt es :

Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen. Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der

Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.  Es kam aber Furcht über alle, und es geschahen viele Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam.

Ich bin der festen Überzeugung, dass sich unser Leben kaum verändert, wenn wir 50 oder 100 Euro mehr Kindergeld bekommen, wenn des Hartz IV-Niveau leicht oder stark angehoben wird, wenn es ein bedingungsloses Grundeinkommen geben sollte, wenn der Mindestlohn auf 10 Euro steigt und wenn die Metaller oder der öffentliche Dienst 6% mehr Lohn erhalten. Nicht einmal, wenn wir eine Erbschaft antreten dürften, änderten wir uns sehr. Vielleicht würden wir etwas fleißiger oder fauler, vielleicht dieses statt jenem einkaufen und wir hätten vielleicht ein anderes Auto - aber unsere Ängste blieben die selben, auch unsere Gier oder der Neid. Wie wären keine besseren Eltern oder bessere Eheleute. Wir würden uns trotzdem streiten. Vielleicht wären wir so satt dass wir nicht einmal mehr hoffen könnten.

Andererseits verändert es einen Menschen grundlegend, wenn der Heilige Geist in ihm einzieht.

Ich lade Sie ein zu beten: Komm Heiliger Geist, komm in mein Leben. Komm in unsere Gemeinde. Erfülle unsre Herzen. Verändere mich nach deinem Plan. Nie wieder werden sie auf die Idee kommen dass Gottes Geschenke zu Pfingsten - die geringsten wären.

Ihr Pfarrer Helbig

Wenn das Kirchenjahr sich neigt, dürfen wir diese wunderbare Zusage Gottes lesen. Er lässt die Seinen nicht allein. Er selbst will in ihrer Mitte, will ihre Mitte sein.

Wir alle sehen die Veränderungen in unserer Kirche, die auch unsere Gemeinde berühren. Mancher mag sie mit Sorge, ein anderer mit Hoffnung betrachten.

Wie immer wir sie sehen, Gott bleibt treu und er will auch zukünftig Mitte unseres Lebens als Christen und Gemeinde sein.

Zu den Veränderungen gehört auch, das ich nun in den Ruhestand gehe. Beinahe dreißig Jahre durfte ich hier wirken und Ihnen Gottes Wort nahe zu bringen versuchen.

Es waren viele gute Jahre. Es gab gewiss auch manches, was besser hätte sein können. Vergeben Sie mir bitte, wenn ich Fehler gemacht habe oder Ihnen die Liebe schuldig geblieben bin, zu der uns Gott ruft.

All denen, die mich begleitet, mir beigestanden und für mich gebetet haben, möchte ich von Herzen danken.

Bleiben Sie dem treu, der uns Mitte ist, wie ich es tun will und seien Sie alle, Groß und Klein, in unserer Sankt Jakobus Kirchgemeinde gesegnet.

Ihr Pfarrer i.R. Gert Flessing

Ihr Pfarrer Flessing tritt in den Ruhestand ein und ich wurde vom Superintendenten beauftragt, die Hauptvertretung zu übernehmen.

Auch wenn Pfarrer Flessing weiterhin im Pfarrhaus wohnt und wohl auch einen Großteil der Gottesdienste mit Ihnen feiern wird, werde ich ab dem 1. Oktober gemeinsam mit Ihrem Kirchenvorstand die Verantwortung für Ihre Gemeinde tragen, bis eine Klärung über die Zukunft der kirchlichen Arbeit in Lunzenau herbeigeführt wird.

Ich möchte mich kurz vorstellen. Im nächsten Jahr werde ich, so Gott will, 50 Jahre alt werden. Seit über 27 Jahren bin ich mit meiner Frau Karina verheiratet. Von unseren fünf Kindern ist gerader der jüngste Sohn volljährig geworden.

Nach meinem Schulabschluss habe ich den Beruf eines Schlossers erlernt, war bei den Bausoldaten in Prora, habe Theologie und Wirtschaftsingenieurwesen studiert, war Direktor der Heimvolkshochschule in Kohren Sahlis, Pfarrer in Obergräfenhain und bin jetzt Pfarrer im Kirchspiel Geithainer Land.

Es macht mir Freude, Gottesdienste zu feiern und mit anderen Entdeckungen in der Bibel zu machen.

Ich glaube, dass jeder Mensch Jesus Christus braucht und eine lebendige Beziehung zu ihm haben sollte. Gern möchte ich dabei helfen, dass Menschen diese Beziehung finden und darin fest bleiben.

Das ist für mich das Wichtigste in meinem Beruf und in meinem Leben.

Darüber hinaus interessiere ich mich immer für Baustellen und Landwirtschaft. Als Familie halten wir selbst Hühner, Bienen, Schafe und Rinder.

Ich hoffe, dass wir uns in guter Weise kennenlernen werden. Am 8. Oktober feiere ich 14.00 Uhr einen Gottesdienst in Lunzenau und am 12. 11. 10.00 Uhr einen Gottesdienst in Hohenkirchen – hoffentlich mit Ihnen gemeinsam. Es liegt auf der Hand, dass ich als Geithainer Pfarrer ihren Pfarrer nicht zu 100% ersetzen kann, aber ich verspreche, dass ich für Menschen, die mich brauchen, da sein werde, wenn sie mich rufen.

Tel 034341 40537 helbig@netzprimus.de

Bitte beten Sie für Ihre Gemeinde, alle Mitarbeiter und auch für mich. Vielleicht entdecken Sie auch gerade in dieser Situation, was Gott jetzt von Ihnen erwartet.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen

(ab Oktober 2017) Ihr Pfarrer Markus Helbig

Wenn der September vorbei ist,
geht es meist ganz schnell –
Weihnachten steht vor der Tür.
Wir wollen nicht vergessen, dass
rechtzeitig zum Fest wieder viele
arme Familien in Siebenbürgen/
Rumänien ein Familienpaket
bekommen sollen. Es wäre schön,
wenn sich auch dieses Jahr
wieder viele Leute daran beteiligen würden.
Füllen Sie dafür einen geeigneten Karton mit folgenden Dingen:
• Hygieneartikel: Zahnbürste,Zahnpasta,Kamm,Duschgel,Haarwä-
sche
• Zucker, Mehl, Kakao, Tee, Kaffee
• Süßigkeiten, Nutella, Brotaufstrich
• Schal, Mütze, Handschuhe
• kleines Spielzeug, Malbuch und Stifte
 
Auch für finanzielle Hilfe sind wir dankbar, denn die Kosten für den
Transport müssen getragen werden.
 
Die Abgabefrist läuft bis zum 03.12.2017!
Bringen Sie die Päckchen bitte ins Pfarramt Lunzenau. Alfred – Köhler
– Str.4. Viel Freude und Segen beim Mitmachen.

Ihr Lieben,

fünfhundert Jahre Reformation in unserem lieben Vaterland, Deutschland. Das ist schon etwas, was uns zu denken geben kann. Ja, ich bin der Meinung, das es uns zu denken geben sollte.

Hier, auf den Tischen verteilt, liegen Werke, die von dem Mann verfasst wurden, der diese Bewegung damals in Gang setzte.

Er tat das nicht großspurig, sondern mit Furcht und Zittern.

Er hätte es leichter haben können. Selbst als die Thesen in der Welt waren, hätte er es leichter haben können. Er hätte nur seinen Irrtum eingestehen müssen. Zwei Worte: „Ich widerrufe.“

Mehr wollte der Papst, mehr wollte der Kaiser nicht. Alles wäre gut gewesen.

Aber Martin Luther war ein Mann, der sich nicht fähig sah, um des Beifalles der Mächtigen seiner Tage, seine Erkenntnis in den Staub zu treten.

Für ihn war es deutlich, das man Gott mehr gehorchen muss, als den Menschen. Er wusste sehr wohl, das diese Welt auch eine weltliche Obrigkeit hat und deren Macht benötigt.

Aber er wusste ebenso, das diese Obrigkeit da begrenzt ist, wo Gott unser Gewissen weckt.

Es ist die gleiche Erkenntnis, die schon die Apostel hatten, als sie, in Jerusalem, vor den Hohen Rat geführt wurden. Der Vorwurf war einfach: „Ihr redet von etwas, was wir verboten haben.“

Die Antwort war auch einfach: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!  Der Gott unserer Vorfahren hat Jesus, den ihr ans Kreuz geschlagen und getötet habt, von den Toten auferweckt. … Das werden wir immer bezeugen und auch der Heilige Geist, den Gott allen gibt, die ihm gehorchen.“

Die Reaktion des Hohen Rates waren Wut und der Wunsch, diese Leute umzubringen.

Luther musste, als er standhaft blieb, das gleiche erfahren. Weil er nicht gegen Gottes Willen, seine Meinung verbiegen konnte und seine Erkenntnis verschweigen konnte, erlebte er  Hass und Wut und den Wusch, ihn tot zu sehen. Sein Landesfürst schützte ihn

Seither sind fünfhundert Jahre vergangen. Vieles ist seit dieser Zeit geschehen, in der Welt und in der Kirche. Gilt es noch, das man Gott mehr gehorchen muss, als den Menschen?

Vor allem aber beschäftigt mich die Frage, ob es überhaupt noch viele Menschen interessiert, was Gott von ihnen erwartet.

Kirche, evangelische Kirche, hat lange Zeit geruht. Sie funktionierte, aber war sie lebendig? Jetzt ist sie am Aufwachen und taumelt ein wenig zwischen politischem Exhibitionismus und geistlicher Prüderie hin und her.

Da wird Mohammed angelächelt und da werden Menschen, die etwas freier leben wollen beargwöhnt.

Da wird lauthals nach einer allgemeinen Gerechtigkeit geschrien und andererseits politisch nach dem Vedgiday geschielt.

Luther sah, zu seiner Zeit, das, was wichtig ist, sehr deutlich. Es ist die Schrift. Deshalb hat er ja auch die Bibel in unsere deutsche Sprache übersetzt. In der Schrift können wir Gottes Wort immer wieder finden.

Es ist Jesus. Es ist der, der damals gekreuzigt wurde und auferstand und der lebendige Christus ist, der Mitte ist. Ohne ihn ist alles Geplärre von Gerechtigkeit nur heiße Luft.

Es ist die Gnade. Wir können das Himmelreich auf Erden nicht errichten und wir können das Reich Gottes nicht erreichen, wenn wir es aus eigener Kraft wollen. Er muss uns die Kraft dazu geben. Die finden wir in der Gnade, die auch unsere Fehler nicht gegen uns verwendet.

Es ist der Glaube, das unbändige Vertrauen in diesen Gott, der uns hilft, der bei uns ist und der uns beisteht, wenn wir unter der Last des Kreuzes unserer Tage nicht weiter wissen.

Wenn wir unser Leben dafür öffnen, werden wir auch verstehen, was damit gemeint ist, wenn es heißt, Gott mehr zu gehorchen, als Menschen.

Ich wünsche uns, das wir ein wenig von dem, was Luther bewegte, hier in dieser Ausstellung erfahren können und es uns hilft, in unserer Zeit gute Wege zu gehen. Amen

 

Gedanken in der Passionszeit

Das Leid der Welt, es hält auch uns umfangen. Es kommt ja täglich jedem in das Haus. Das Sterben fern von uns, es ist uns nah gegangen. Wie halten wir das Elend dieser Tage aus?
Auch wir haben es in uns selbst gespürt, wie wenig wir die Zeit wirklich besiegen. Was Leben ist, es wird zum Tod geführt. Der Stärkste noch muss ihm ja unterliegen.
Was bleibt, sind Asche, Staub und die Gedanken, die durch die schnelle Zeit derer, die leben, wehn.
Wir gehen unsren Lebensweg und bangen vor dem Gericht, vor dem wir dann einst stehn.
Wie sollen wir am Ende denn bestehen? Wie finden wir denn Hoffnung und ein Licht?
Wie können wir mehr, als Vergehen sehen, wenn nicht ein anderer uns von Erlösung spricht?
Für viele ist ja Leben nur das Stück, das wir hier Tag für Tag zu gehen haben. Dann kommt der Tod und niemand hat das Glück, sich an des Lebens Wonnen dann zu laben.
Doch Gott hat den, der ihm vertraut geschworen, das er ihm treu, wenn alles hier zerbricht. Vertrau auf Gott und du bist nicht verloren.
Er, der das Leben selbst, er lässt dich nicht.
Er ist es, der dich hier an jedem Tag begleitet. Der dich die Wege finden lässt in seinem Wort.
Er ist es, der die Ewigkeit um dich gebreitet. Nichts, niemand, keine Macht reißt dich da fort.
Damit wir dieses Maß an Liebe finden, hat er den äußersten und letzten Schritt riskiert. Er ließ am Kreuze sich zu Tode schinden, damit das Kreuz die Seinen hin zum Leben führt.
Nicht mehr der Tod ist nunmehr der Gewinner, der alles auslöscht und dem jeder fällt.
In Leid und Kreuz bleibt Gott der Neubeginner und führt die Seinen hin zu seiner Welt. Da wird das Leid, das uns bedrückt ein Ende haben. Da werden wir die guten Tage sehen. Da wird er selbst uns mit der Wonne laben, die jene teilen,
die bei dem Erlöser stehen.

Es gibt in unserer Zeit Menschen, die sind der Meinung, das Kreuz, an dem Jesus starb, ist ein böser Scherz. Sie wollen es nicht. Sie lehnen den Gedanken ab, das es so kommen musste, wie sie den Gedanken ablehnen, das jemand für ihre Sünden büßen muss.

Es gibt Menschen, die sind fest davon überzeugt, selbst für ihr Leben gerade stehen zu können. Auch vor Gott.

Ich spreche hier nicht von Atheisten, denen der Gottesgedanke selbst schon fremd ist. Ich spreche von Christen.

Der Gedanke, selbst für das einstehen zu können und zu müssen, was man tut, ist ehrenwert. Aber ist er, wenn ich Christ bin und um Gott weiß, zielführend?

Gottes Maßstab, was Recht und Gerechtigkeit anbelangt, ist ein anderer, als der, den die meisten Menschen haben, mögen sie noch so gut sein wollen. Gottes Maßstab kennt keinen Kompromiss.

Ist Gott nicht gnädig? Gewiss. Aber eben diese Gnade hängt an dem Menschen Jesus von Nazareth, dem Christus und seinem Leben. Sie hängt an dessen bedingungsloser Hingabe. „Nicht wie ich will, sondern, wie du willst.“ betet er in der Nacht des Verrates, im Garten. Er ist bereit, den Weg der äußersten Erniedrigung zu gehen. Wie sagte er doch: „Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig.“ Jesus ist der, der den Mut aufbringt, nicht nur die andere Wange hin zu halten, sondern sein ganzes Leben. Er handelt keinen Kompromiss aus. Das ist der Grund dafür, das am Ende der Centurio, der Römer davon sprechen kann, das in diesem Jesus ein Zadik, ein Gerechter, ungerecht gerichtet wurde.

Als er zuvor mit seinen Jüngern das Passahmahl feiert sagt er sehr bewusst, das der Kelch, der Segensbecher, der neue Bund ist, den Gott in seinem, Jesu Blut, schließt, das vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Er sagt das nicht zum Scherz, sondern weil er es so meint. In dem Tod am Kreuz geschieht etwas, was uns nicht zu Unschuldslämmern macht, aber den Weg zu der Gnade Gottes öffnet.

Deshalb konnte Luther davon sprechen, das wir allein aus der Gnade heraus, vor Gott bestehen können. Gleichzeitig sagt er, das wir diese Gnade allein in Jesus, dem Christus finden. Damit ist er ganz beim Kreuz, denn hier wird sie erwirkt. Allein die Schrift ist es, die uns deutlich macht, was geschehen ist und was Gott für uns getan hat. Es ist nicht unsere Überlegung, ob es nötig ist oder ob ich es gern so möchte. Es ist das, was ich lese, nichts weiter.

Vor allem aber ist es allein der Glaube, jenes unbedingte Vertrauen in diesen Gott, der so voller Liebe zu uns ist, das er seinen eigenen Sohn nicht verschont, um uns den Weg zur Gnade zu zeigen.

Paulus schon wusste, das dieses Kreuz für so manchen Menschen eine Zumutung ist. Er wusste, dass es abgelehnt werden muss, so lange der Mensch selbstbestimmt und selbstherrlich seinen Weg gehen will.

Nein, dieses Kreuz ist kein böser Scherz, es ist kein Scheitern und es ist keine Dummheit. Es ist eine zwingende Notwendigkeit und eine Quelle der Kraft. An diesem Kreuz kann ich mich aufrichten. Zu ihm kann ich als armer, elender, sündiger Mensch kommen und alles ablegen, was mich belastet.

Sollten wir uns von dem, was uns das Heil bringt, entfernen, nur, weil wir zu stolz sind, hinzunehmen, das Gott uns so liebt?

Ich wünsche uns, das wir dem Weg zum Kreuz und den Weg mit dem Gekreuzigten, nicht scheuen, denn nur auf diesem Weg finden wir auch das neue Leben, das Ostern aufleuchten wird. G.F.